100 Jahre Transsib

Transsib – Ein Jahrhundertprojekt auf Schienen feiert Jubiläum

Geschichte der Transsibirischen Eisenbahn

31. Mai 1891 Baubeginn/Grundsteinlegung durch Thronfolger Nikolai Alexandrowitsch Romanow in Wladiwostok
(Baubeginn ebenfalls beim Westabschnitt in Tscheljabinsk/Ural)
1893 Baubeginn des Zentralsibirischen Streckenabschnitts zwischen Krasnojarsk und Irkutsk
1895 – 1900 Bau des Streckenabschnitts an den Ufern des Baikalsees
1898 Die ersten Züge fahren zwischen dem Ural und Irkutsk am Baikalsee
18. Okt 16 Fertigstellung der Transsibirischen Eisenbahn auf komplett russischem Gebiet – Geburtsstunde der
Transsib-Originalstrecke Moskau – Wladiwostok (9.288 km)
1920er Dieselloks aus Deutschland kommen zum Einsatz
1930er Elektrifizierung auf Strecken im Ural
1961 Elektrifizierung von Moskau bis Irkutsk am Baikalsee
1986 Erster Russisch-Sprachkurs auf der Transsib (von Hans Engberding entwickelt und begleitet)
2001 Erste Sonderzugreise Zarengold auf der Transsibirischen Eisenbahn
2002 Abschluss der Elektrifizierung der kompletten Eisenbahnstrecke
2016 100. Geburtstag der Transsib-Originalstrecke Moskau – Wladiwostok

Amurbrücke vollendet 1916 Transsib-Bau

Im Oktober 2016 jährt sich die Eröffnung der damals 2,6 Kilometer langen Brücke über den Väterchen Amur genannten gewaltigen sibirischen Strom zum 100. Mal. Nach 25 Jahren Bauzeit und verschiedenen zwischenzeitlichen Provisorien war damit Russlands Jahrhundertwerk der längsten Bahnstrecke auf durchgängig russischem Hoheitsgebiet – heute als Transsibirische Eisenbahn bekannt – vollendet.

1998-99 wurde die ursprüngliche Brücke zwar durch eine nun schon fast 3,9 Kilometer lange kombinierte Auto- und Eisenbahnbrücke ersetzt, aber ein Brückenbogen blieb als historisches Baudenkmal stehen und umrahmt seit 2010 ein kleines Eisenbahnmuseum am Flussufer. Wer schon in Russland, es aber noch nicht bis Chabarowsk geschafft hat, hat das Bauwerk sicherlich schon einmal auf dem 5000-Rubel-Schein bemerkt.

Jubiläumsreise von Lernidee

Transsib-Linienzug am Bahnhof von Wladiwostok

100 Jahre Transsib!

Auf der ganzen Länge der Transsib von Moskau nach Wladiwostok

21-tägige Individualreise auf der gesamten Transsib-Strecke
Unser Angebot für Kenner und Bahnliebhaber anlässlich des 100. Geburtstags der Transsibirischen Eisenbahn: Die Jubiläumsreise auf der gesamten Länge der ursprünglichen Transsib!

Am 5. Oktober 2016 feierte Google mit einem eigens erstellten Doodle das 100jährige Jubiläum.

Das schreibt die Presse zum Jubiläum

Grundsteinlegung 1891 in Wladiwostok

Alte Postkarte: Bahnhof von Wladiwostok

Im Mai 1891 legte der Thronfolger Nikolaus in Wladiwostok den Grundstein für die Eisenbahn durch Sibirien. Als westlicher Ausgangspunkt wurde Tscheljabinsk im südlichen Ural gewählt. Es galt, die östlichen Provinzen in Sibirien mit der Eisenbahn als einer Art Stahlgürtel enger ans Reich zu binden. In mehreren Bauabschnitten wurden in den folgenden Jahren insgesamt etwa 10.500 neue Schienenkilometer für die „Große Sibirische Bahn“, wie man das Projekt damals nannte, verlegt. Im Herbst 1896 erreichte der erste Zug den Fluss Ob. Die im Zusammenhang mit dem neuen Brückenstandort entstandene Siedlung kennt man heute unter dem Namen Nowosibirsk. Im Fernen Osten wurde die Bahnstrecke zwischen Wladiwostok und Chabarowsk im Herbst 1897 fertiggestellt. Ab Januar 1899 fuhren die Züge nach Osten schon bis Irkutsk. Im April 1900 nahmen die beiden Fährschiffe über den Baikalsee ihren Betrieb auf. Die Bahnstrecke rund um die Südspitze – wegen ihrer landschaftlichen Schönheit und der hohen Kosten auch die „Goldschnalle“ des vielzitierten Bahn- oder Stahlgürtels genannt, wurde erst fünf Jahre später eingeweiht. Im Sommer 1900 begannen aber bereits die Züge östlich des Baikalsees bis zu dem kleinen Ort Sretensk im Einzugsgebiet des Amurs zu fahren. Dank der Schifffahrt auf dem Amur konnte man also nun schon die gesamte Strecke als kombinierte Bahn- und Schiffsreise absolvieren.

Mandschurisches Provisorium

Die Pläne für die über weite Strecken auf Dauerfrostboden zu bauenden Amurbahn wurden aber zunächst auf Eis gelegt, denn ein besonderes Kapitel im Bau der Transsib kam auf die Tagesordnung – die Ostchinesische Bahn durch die Mandschurei als kürzere und preiswertere Alternative nach Wladiwostok. Russland war es Ende des 19. Jahrhunderts gelungen, mit China einen langfristigen Pachtvertrag für einen T-förmigen Korridor und die Halbinsel Kwantung auszuhandeln. Nun sollten dort Dalny und Port Arthur die Endpunkte der Transsib bilden. Aber nach der Niederlage im Russisch-Japanischen Krieg 1905 verlor Russland die Halbinsel und den südlichsten Teil der Bahntrasse an Japan und kehrte zu seiner ursprünglichen Planung zurück und baute weitere acht Jahre auf russischem Territorium nördlich des Amurs das fehlende Verbindungsstück nach Chabarowsk.

So wurde der 100. Geburtstag der Transsibirischen Eisenbahn auch bereits 2003 gefeiert, aber damals bezog sich das Jubiläum auf die Streckenführung durch die zu China gehörende Mandschurei, während nun 2016 die von Anfang bis Ende durch Russland führende Strecke Geburtstag feiert. Texte: Bodo Thöns


Transsib-Bahnhöfe

  • Moskau, Kasaner Bahnhof

    Moskau

    Kasaner Bahnhof in Moskau.

  • Transsib

    Bahnhof in Wladiwostok

    Ein original restauriertes Gebäude aus der Zarenzeit

  • Irkutsk

    Irkutsk

    Bahnhof in Irkutsk, der Hauptstadt Ostsibiriens

  • Transsib-Linienzug am Bahnhof von Ulan Ude

    Ulan Ude

    Bahnhof in Ulan Ude.

  • Zarengold

    Erlian

    Der chinesische Sonderzug im Bahnhof von Erlian

  • Der Bahnhof Nowosibirsk-Glawny

    Nowosibirsk

    Bahnhof von Nowosibirsk

Landschaften


Mythos Transsib

Der Schienenstrang war von Beginn an Legende. Dank einer großen Werbekampagne während der Pariser Weltausstellung im Jahre 1900 lockte die russische Eisenbahn in einer klugen Kooperation mit dem Luxuszugbetreiber Wagon Lits vom ersten Tage an die Reisenden aus aller Welt in den neuen “Sibirien-Expreß”.

Im Vergleich zur Schiffspassage verkürzte sich die Reisezeit nach China und Japan um knapp die Hälfte.

Im 20. Jahrhundert erlebten die Bahnreisen mit der Transsibirischen Eisenbahn in Abhängigkeit von der politischen Großwetterlage entlang der Strecke ihre Höhen und Tiefen, was sich natürlich auch in der Anzahl der Reisenden niederschlug und sich in unzähligen Reiseberichten gut nachlesen läßt.

Doch der Mythos war geboren und hat bis heute Bestand. Die Transsib-Reise nimmt heute wie vor hundert Jahren verdient einen Spitzenplatz in der Liste der schönsten und interessantesten Reisen ein, die man auf unserem Planeten unternehmen kann.

Der Anfang einer Bahn-Legende

Während des Baus der “Großen Sibirischen Bahn” verlegte man von 1891 bis 1916 zwischen Tscheljabinsk im Ural und Wladiwostok am Pazifik in verschiedenen Bauabschnitten insgesamt über 10 000 Gleiskilometer. Der Schienenstrang war von Anfang an Legende und lockte nicht zuletzt dank einer großen Werbekampagne während der Pariser Weltausstellung im Jahre 1900 vom ersten Tage an die Reisenden aus aller Welt in den neuen “Sibirien-Expreß”. Im selben Jahr wurde der durchgehende Linienverkehr als kombinierte Bahn- und Schiffsreise auf dem Amur angeboten. Drei Jahre später folgte die durchgängige Bahnverbindung über die Mandschurei nach Dalny und Wladiwostok. Die Vollendung des Jahrhundertwerkes bildete 1916 die Fertigstellung der Amurbrücke bei Chabarowsk.

… schon gewusst?

Hans Engberding

Transsib-Reise mit Vielfalt

Die Ur-Trasse der Transsib führt auf 9.288 km vom Jaroslawler Bahnhof in Moskau bis Wladiwostok, Basis der russischen Pazifik-Flotte. Als Lernidee-Gründer Hans Engberding 2001 die Sonderzugreise Zarengold konzipierte, entschied er sich gleichwohl, seine Züge kurz hinterm Baikalsee rechts abbiegen zu lassen – so bietet die Reise bis heute mit ausführlichen Besichtigungsprogrammen in der Mongolei und China deutlich mehr Vielfalt und kulturelle Einblicke als normale Transsib-Linienzug-Reisen.

Transsib-Literatur

Die Transsibirische Eisenbahn

Transsibirische Eisenbahn 1900 - 1916

Die frühen Jahre 1900 - 1916

Der bekannte Transsib-Experte Bodo Thöns illustriert anhand von über 200 historischen Aufnahmen die ersten Jahre der bis heute längsten Eisenbahnstrecke der Welt. Die Bilder zeigen nicht nur den Bau der Bahn, sondern vermitteln einen lebendigen Eindruck aus dem Russland des letzten Zaren, vom Reiz der Städte und Landschaften und vom Leben und Reisen entlang des transsibirischen Schienenstranges.

Transsib-Katalog und Transsib-Experten

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