Sigmar Solbach - Das ist mein Russland mit der Transsibirischen Eisenbahn

Fernsehtipp mit Lernidee Erlebnisreisen
Der Schauspieler Sigmar Solbach war im Juni 2010 zu Dreharbeiten mit auf der Sonderzugreise Zarengold.

Sigmar Solbach auf der Transsib

Schauspieler Sigmar Solbach vor dem Zarengold-Sonderzug

Der Schauspieler Sigmar Solbach, bekannt aus den TV-Serien „Dr. Stefan Frank – Der Arzt, dem die Frauen vertrauen“ und „Das Traumschiff“, war im Juni 2010 zu Dreharbeiten mit auf der Sonderzugreise Zarengold und erfüllte sich damit einen langjährigen Traum: einmal von der Transsib aus die Weite Sibiriens erfahren – nicht nur für ihn Abenteuer pur, aber im kultivierten Rahmen des Zarengold-Zuges mit luxuriöser Innenausstattung und exzellenter Versorgung.

Start war in Moskau und die Reise führte von West nach Ost und endete mit dem zehnten Tag am Baikalsee. Als Höhepunkte der Reise nannte Solbach u. a. die Landschaft, die Birkenwälder, das einmalige Erlebnis, im Ural an der Grenze zwischen Europa und Asien mit jedem Bein in einem anderen Kontinent zu stehen und die offenen gastfreundlichen Menschen, wie die 80-jährige Nina Michailnowa, die ihn in dem Dorf Retschory in ihr Haus einlud und zeigte, wie sie lebt. So konnte Solbach unterwegs auch mit seinen im Sprachkurs auf der Transsib neu erworbenen Russischkenntnisse glänzen.

Besonders gefallen haben dem Schauspieler neben der gesamten Organisation, die Sauberkeit, die freundlichen Stewards und Stewardessen, die lockere Atmosphäre im Zug und, dass es den Zarengold überhaupt gibt.

Interview mit Sigmar Solbach

Lieber Herr Solbach, was kommt Ihnen als Erstes in Erinnerung, wenn Sie an Ihre Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn denken? Natürlich ist es in erster Linie die Landschaft, diese Weite ist für uns aus dem engen Deutschland wirklich beeindruckend, aber auch die Begegnungen mit Menschen, die so gar nicht ins Klischeebild von den »Russen« passen.

Wie genau meinen Sie das? Ich glaube, dass ich einige Gesichter des Landes kennengelernt habe. Um aber den größten Teil der vielen Ethnien zu erleben, reichen zehn Tage bei Weitem nicht aus.

Geht einem das Rattern nicht doch irgendwann auf die Nerven? Ich bin Segler, da macht einem das Schaukeln, das Knattern und auch Knallen nichts mehr aus. Aber so leise säuselnd wie ein ICE bei uns ist die Transsib natürlich nicht. Es ist eben eine richtige Eisenbahn!

Wird es nicht schnell eintönig, zehn Tage lang aus dem Fenster zu schauen? Der Zug legt ja immer wieder Stopps ein, sodass man Gelegenheit hat, interessante Orte und Plätze zu sehen. Für mich kam die Muße, aus dem Fenster zu schauen, sogar zu kurz.

Ihre spannendste Begegnung der Reise? Die Menschen in einem sibirischen Dorf, wie ich es mir seit meiner Jugend vorgestellt hatte. In Retschoty haben die Leute nichts außer sich und das, was in ihrem Garten wächst, dafür aber eine Herzenswärme, die man bei uns lange suchen muss.

Gab es reichlich Kaviar und Wodka? Wodka gehört zu Russland wie Bier zu Bayern. Der Verzehr von Schwarzem Kaviar ist verboten, da der Stör inzwischen fast ausgerottet ist. Was leider nicht bedeutet, dass man den Kaviar auf dem Schwarzmarkt nicht bekommt – wie so ziemlich alles, was man will.

Nennen Sie uns die fünf besten Gründe für eine Reise mit der Zarengold … Die gesamte Organisation, die Sauberkeit, die freundlichen Stewards und Stewardessen, die lockere Atmosphäre im Zug und dass es die Zarengold überhaupt gibt.

Welches Vorurteil über Russland haben Sie nach Ihrer Zugreise über Bord geworfen? Jetzt nach meiner Reise weiß ich: Russland ist mehr als nur Mafia und Chaos.

Ihr Lieblingswort auf Russisch? Paschalsta, das heißt »Bitte« und klingt so weich und melodisch wie übrigens die gesamte Sprache.

Hat es ein Souvenir in Ihren Koffer geschafft? Ein einziges: Eine Holzmaske vom Baikalsee, die einen Schutzgott der Burjaten darstellt.

Noch einmal eine Zugreise? Oder gehen Sie auf Ihre nächste Reise lieber zu Wasser? Meine Leidenschaft sind und bleiben das Wasser und das Segeln, aber ich empfinde mich auch als Globetrotter, und darum bin ich offen für alles, was kommt. Und Zug gerne, wenn die Destination stimmt!

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